Logotherapie & Existenzanalyse

Was ist Logotherapie?

Begründet wurde die Logotherapie vom österreichischen Arzt und Psychiater Viktor E. Frankl, und sie wird auch als „Dritte Wiener Schule der Psychotherapie“ bezeichnet.

Wesentlich sind für mich in der Logotherapie drei Dinge:

  1. Der Geist eines Menschen kann nicht krank werden. Ein Teil von uns ist immer gesund und kann gestärkt werden. Es geht nicht darum, Diagnosen und Schubladen für uns zu finden. Es geht darum, das Gesunde in uns zu suchen und zu stärken und eine Haltung zu dem zu finden, was uns daran hindert, ganz Ja zum Leben und zu uns zu sagen. Dadurch, dass wir die widerstrebenden Kräfte wahrnehmen und Stellung dazu beziehen, verändern sie sich. Die Methode, die ich dabei am hilfreichsten finde, sind die wertorientierten Imaginationen (nach Böschemeyer).
  2. „Unsere Tiefe ist hell“: Wir finden natürlich nicht nur das Helle und Schöne, wenn wir in unsere innere Tiefe wandern, aber wir finden genau das AUCH! Wir müssen uns nicht ängstigen, wenn wir uns trauen, uns im Unterbewussten selbst zu begegnen. Denn in uns sind auch die wundervollen stärkenden Kräfte: Vertrauen, Getragen sein im Leben, Heilendes, Freisein, Angenommen sein. Das ist wunderschön. Unsere Tiefe ist hell. Und mithilfe der Methode der Wertorientierten Imagination finden wir den Zugang dazu, der uns manchmal im Alltag verschütt geht. „Unsere Tiefe ist hell“ heißt auch ein sehr empfehlenswertes Buch von Uwe Böschemeyer über die Wertimagination, falls jemand dazu nachlesen möchte.
  3. „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ – so heißt eines der bekanntesten Bücher von Viktor E. Frankl. Er schrieb es über seine Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern während des zweiten Weltkrieges. Er überlebte, doch seine Frau, sein Bruder, seine Eltern wurden im KZ ermordet. Erstaunlicherweise wendete er sich nicht vom Leben ab sondern erforschte gewissermaßen sich selbst und wie er es schaffte, die Zeit im KZ seelisch zu überstehen. Einer seiner wesentlichsten Sätze lautet: „Wer ein Warum hat, übersteht fast jedes Wie.“ Sein Kernthema ist dementsprechend der Sinn bzw. die Sinnsuche: Während es in der ersten Wiener Schule (Sigmund Freud) um den „Willen zur Lust“ und in der zweiten Wiener Schule (Alfred Adler) um den „Willen zur Macht“ geht, geht es in der Logotherapie um den „Willen zum Sinn“.